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Experimentieren, wow, das ist klasse. Ich mache nichts lieber, als herauszufinden wie etwas funktioniert, indem ich es einfach ausprobiere. Und das ist nicht nur bei magnetischen Kräften eine echt coole Sache!

Viel Spaß bei den nachfolgenden Infos wünscht euch euer David.

 

Abenteuer Wissenschaft

Magnetator.de:

Was ist MAGNETISMUS ?

Prof. Lührs :
Ohne Hilfsmittel wissen wir nichts vom Magnetismus, denn die menschlichen Sinne können Magnetismus nicht wahrnehmen. Ein solches Hilfsmittel fanden die Griechen und die Chinesen in der Natur. Sie entdeckten Steine, die Eisenteilchen anziehen konnten, von den Steinen ging also eine Kraft aus. Soweit wir wissen, beschrieb Thales von Milet (624 - 546 v.Chr.), der in der Nähe des Ortes Magnesia wohnte, wo man solche Steine fand, die Anziehungskraft des Magnetsteins. Sicher ist, dass die Wirkung des Magnetismus damals auch in China bekannt war.

Wenn man den Stein genauer untersucht, stellt man fest, dass er nicht überall auf der Oberfläche magnetisch ist, die Eisenteilchen sammeln sich an einigen Stellen, die man Pole nennt. Der Magnetstein besteht zum großen Teil aus gewöhnlichem Stein mit eingelagerten Magneteisenteilchen. Hängt man einen Magnetstein an einem Faden auf, nimmt er eine bestimmte Richtung ein. Mit einem weiteren Magnetstein kann man den aufgehängten Magnetstein ablenken. Entfernt man die beiden Steine voneinander, nimmt der Aufgehängte die ursprüngliche Stellung wieder ein.

Welche Kraft zwingt den Stein in eine bestimmte Richtung ?

Genauer läßt sich das mit einer Kompaßnadel untersuchen. Sie besteht aus gehärtetem Eisen, das durch Schmelzen und Hämmern aus Eisenerz gewonnen wird. Sie selbst ist ein kleiner Magnet, dessen Pole man ebenfalls die Bezeichnung Nord - und Südpol gab. Weil sie leicht ist, reagiert sie schnell auf magnetische Kräfte. Ist kein Magnet in der Nähe, zeigt sie in Nord-Süd-Richtung. Deshalb läßt sich ein Kompaß zur Orientierung beim Wandern oder in der Schiffahrt nutzen.
Die Vermutung, dass die Erde als Ganzes ein Magnet sei, wie es sich der Leibarzt der englischen Königin Elisabeth I, William Gilbert, vorstellte, wird durch das Verhalten der Kompaßnadel bestätigt. Dennoch bleibt der Magnetismus eine geheimnisvolle Kraft.

Magnetator.de:
Was sind magnetische Feldlinien ?

Prof. Lührs :

Überall auf der Erde wird die Kompaßnadel in die Richtung des Magnetfeldes gezwungen. Genauere Untersuchungen zeigen, dass die magnetischen Pole in der Nähe der Geografischen liegen; der magnetische Südpol in der Nähe des geografischen Nordpols und umgekehrt. Die Kompaßnadel zeigt immer, ganz gleich wo man sich aufhält, in eine Richtung, die zwischen den magnetischen Polen verläuft. Es gibt gewissermaßen unsichtbare Verbindungslinien von Pol zu Pol, die man Feldlinien nennt.

Man kann Feldlinien direkt sichtbar machen. Dazu entfernt man die Nadel aus dem Kompaß, legt sie unter weißen Karton und streut feines Eisenpulver darüber. Es entsteht ein zartes Muster gekrümmter Linien, die als Verbindung zwischen den Polen erscheint.
Möchte man einen kräftigere Darstellung des Linienmusters erreichen, nimmt man einen größeren Stabmagneten, der ebenso wie die Komßnadel aus gehärtetem Eisen besteht und erhält wegen der größeren Kraft und Reichweite ein deutlicheres Abbild der Feldlinien.

Magnetator.de:
Was ist die Magnetosphäre ?

Prof. Lührs :
Die Kompaßnadel zeigt nicht immer exakt in Nord-Süd-Richtung. Das hängt vom Ort auf der Erdoberfläche ab. So verursachen die Eisenvorkommen unter der Erde eine Abweichung der Feldlinienrichtung.

Im Groben aber bleiben die Feldlinien auch in größeren Höhen erhalten. Mit Flugzeugen und Ballonflügen wurden keine auffälligen Verzerrungen festgestellt.

Genauere Kenntnisse gewann der Amerikaner James van Allen (geb. 1914) als er mit Hilfe der vom deutschen Forscher Wernher von Braun (1912- 1977) entwickelten Raketen in Höhen von über 100 Kilometer vordrang. Ergänzt um die Messungen, die die Satelliten Explorer I und Explorer II im Jahre 1958 durchführten, ergab sich eine ausgeprägte Tropfenform des Erdmagnetfeldes.
Man erklärte die Verformung mit dem "Sonnenwind", einem Strom elektrisch geladener Teilchen, der mit etwa 400 km/s von der Sonne kommend auf die Erde niederprasselt. Inzwischen weiß man, dass das Magnetfeld der Erde ein hochkompliziertes und dynamisches Gebilde ist.

Magnetator.de:
Wie ensteht ein Polarlicht ?

Prof. Lührs :
Polarlichterscheinungen wurden zuerst von dem Schweizer Konrad Gessner (1515 - 1565) beschrieben. Im 16. Jahrhundert waren Polarlichter sehr häufig, während nach 1621 achtzig Jahre keine Polarlichter beobachtet wurden. Dieses seltsame zeitliche Auftreten machte es auch schwierig, Ursache und Erscheinung dieses Himmelsphänomens zu erklären.
Am 17.03.1718 erschien am Himmel über den britischen Inseln eine großartige Polarerscheinung. Der Engländer Edmond Halley (1656 - 1742) vermutete einen Zusammenhang zwischen den himmlischen Phänomenen und dem Erdmagnetismus.

Tatsächlich beobachteten die Schweden Olaf Peter Hiorter (1696- 1750) und Anders Celsius (1701 - 1744) während eines Polarlichtes ein deutliches Zittern von Kompaßnadeln.

Heute geht man davon aus, dass von der Sonne kommende elektrisch geladene Partikel vom Magnetfeld der Erde in Höhen von 80 - 1000 Kilometern eingefangen werden und mit hoher Geschwindigkeit auf die Gasmoleküle der verdünnten Luft treffen. Durch den Zusammenprall werden die Gase angeregt und zum Leuchten gebracht. Diesen Vorgang nennt man Ionisation diese spielt auch in der Lichttechnik eine große Rolle. Röhren, mit bestimmten Gasen unter niedrigem Druck gefüllt, nutzt man z.B. für Leuchtreklamen und für die neuen Xenon-Auto- lampen.

Magnetator.de:
Was ist ein Magnetar ?

Prof. Lührs :
Auch Sterne existieren nicht ewig. Durch die Strahlung geben sie ständig Energie ab; irgendwann ist diese Energie verbraucht. Die riesige Masse der Sterne fällt bei diesem Energiekollaps zusammen und setzt dabei letzte, gewaltige Energiemengen frei. Die verbleibende hochverdichtete Masse nennt man Neutronenstern.
Es gibt einen ganzen "Zoo" von Neutronensterntypen, weil die Untergangsprozesse unterschiedlich sind. Bekannt sind die Pulsare, die ihre letzte Energie periodisch in Form von Radiowellen abgeben, die von großen Antennenanlagen empfangen werden können.

1986 wurde erstmals die von einem Neutronenstern ausgehende Röntgenstrahlung gemessen. Die Erzeugung von Röntgenstrahlung bedarf stets sehr hoher Energien. Die Strahlung wurde in Stößen abgegeben, die nur wenige Sekunden dauerte. Dabei wird in einer Sekunde mehr Energie abgegeben, als unsere Sonne in einem ganzen Jahr abstrahlt.

Woher stammen diese hohen Energiemengen ?
Im Jahre 1992 entwickelten die Astrophysiker Robert Duncan und Christopher Thompson die Vorstellung, dass die erforderliche Energie nur von einem äußerst starken Magnetfeld an der Quelle stammen könnte. Sie gaben diesem Sternentyp den Namen Magnetar.

Einem Forscherteam unter der Leitung von Chryssa Kouveliotou gelang am 20.05.1998 bei der Beobachtung eines Magnetars mit Hilfe von Satelliten und Raumfahrzeugen die Bestätigung der Existenz eines starken Magnetfeldes am Entstehungsort. Seither gelten die Thesen von Duncan und Thompson als erwiesen.

Nach heutiger Vorstellung sind Magnetare Neutronensterne mit überaus fester Kruste, die gelegentlich unter der Kraft des eigenen Magnetfeldes brechen kann. Dabei werden energiereiche Röntgenstrahlen in kurzen Blitzen abgestrahlt.

Ein Vergleich zeigt die ungewöhnliche Stärke des Magnetfeldes eines Magnetars, gemessen in Gauß :

Erdmagnetfeld : 0,6 Gauß
Haftmagnet am Kühlschrank : 100 Gauß
Stärkstes künstliches Magnetfeld : 40.000 Gauß
Magnetfeld eines Magnetars: 1.000.000.000.000.000 Gauß

 

Copyright: Professor Otto Lührs / Berlin
Illustration: Peter Kahnke

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