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Yellowstone
Der Besuch im Yellowstone Nationalpark ist im wahrsten Sinne
des Wortes eine echt heiße Sache, weil man sich dort
nämlich auf einem Vulkangebiet von gewaltigen Ausmaßen
befindet. Wissenschaftler haben die Größe des Kraters,
auf dem sich der Yellowstone Nationalpark befindet, vermessen
und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er mit 70 x 30 Kilometern
der größte Krater der Welt ist.
Aber damit noch nicht genug: Durch Messung der Erschütterungen
im Boden, die schon bei leichten Beben vorkommen, konnten
sie die Größe der darunter liegenden Magmakammer
angeben. Diese Kammer mit flüssigem Gestein hat Ausmaße
von 50 Kilometern Länge, 20 Kilometern Breite und 10
Kilometern Dicke. Das ist gigantisch!
Ich möchte euch an dieser Stelle von meinem Besuch in
diesem berühmten Park erzählen. Natürlich habe
ich auch viele Bilder mitgebracht, damit ihr euch alles besser
vorstellen könnt.
Vielleicht druckst du dir diese Seite einfach aus und liest
den Text bequem auf dem Sofa.
Viel Spaß beim Schmökern.

Schon die Übernachtung auf dem Campingplatz in "West
Yellowstone" (einer kleinen Stadt)
war wirklich aufregend. Nicht nur weil der M 12 als M
TravelVan getarnt war, sondern weil ich früh morgens
die Coyoten heulen hörte und mein erster Gedanke war,
mitten in der Wildnis aufzuwachen. Ein tolles Erlebnis!

Bevor ich den Park besucht habe, wusste ich wirklich nicht,
dass es sich bei Yellowstone um ein Vulkangebiet handelt -
obwohl ich eine Datenquelle der Coach-Klasse bin und eigentlich
auf alles eine Antwort habe. Ich war total überwältigt
von der landschaftlichen Schönheit mit den geheimnisvoll
brodelnden Quellen, den wasserspeienden Geysiren, den grünen
Wiesen, der vielfältigen Tierwelt und den tosenden Wasserfällen.






Der Yellowstone Nationalpark ist aus vielen Gründen
einzigartig auf dem Planeten Erde. Mit mehr als 10.000 vulkanischen
Erscheinungen innerhalb seiner Grenzen - das ist nämlich
mehr als der Rest des gesamten Planeten Erde aufweisen kann
- wird er als größter "geologischer Hitzeherd"
der Erde angesehen.
Am 2. März 1872, also schon vor 130 Jahren, ernannte
der Senat der Vereinigten Staaten von Amerika den Yellowstone
zum ersten Nationalpark der Welt. Weil der Mensch darum in
diese großartigen Naturkräfte nicht eingegriffen
hat, arbeiten seine heißen Quellen, Geysire, kochenden
Flüsse und schlammige Vulkane noch immer auf natürliche
Weise.
Wissenschaftler haben die Beschaffenheit des Parks genau untersucht
und dabei festgestellt, dass der Vulkan vor ungefähr
600.000 Jahren zum letzten Mal ausgebrochen ist.
Weil der davor liegende Ausbruch wiederum 600.000 Jahre zurückliegt,
gehen die Wissenschaftler davon aus, dass er (theoretisch)
alle 600.000 Jahre ausbrechen könnte.
Aber niemand vermag eine genaue Vorhersage für den nächsten
Ausbruch zu treffen.
Jedes Jahr finden im Yellowstone Park kleinere Erdbeben statt,
die Wissenschaftler nennen das "erdbebenaktiv".
Man kann mit dem Auto bequem durch den Park fahren und folgt
am besten der Straße, die durch den Park führt
und "Grand Loop" genannt wird.
Meine ersten Eindrücke waren riesige, saftige Wiesen
und Wasserfälle mit klarem, frischem Quellwasser, die
mich eher an einen Urlaub in den Alpen erinnert haben, als
an einen gigantischen Vulkan. Im Frühjahr hört man
die Wasserfälle im Yellowstone noch lauter tosen, infolge
der Schneeschmelze.





Einige Kilometer weiter, sieht man heiße Teiche, die
als "Pool" bezeichnet werden.
Dort hat man den Eindruck, ein riesiges Thermalbad auf einem
fremden Planeten zu besuchen. Das Wasser ist hier kochend
heiß und ich wurde langsam stutzig, denn wie in den
Alpen sah das hier wirklich nicht aus.
Man kann auf Holzstegen direkt an die heißen Teiche
herangehen, um sie zu bewundern. Die prächtigen gelb-bräunlichen
Farben stammen von Bakterien und Algen, die gelernt haben,
in diesem heißen Wasser zu überleben.





Von unten drängt immer neues Wasser nach und wenn der
"Pool" dann voll ist, läuft es über in
den darunter fließenden Fluß.

Obwohl man diese Teiche "Pool" nennt, sollte man
auf keinen Fall darin baden, weil man sofort die schlimmsten
Verbrennungen davon tragen würde.


Aber da gibt es noch mehr Wissenswertes: Wissenschaftler
haben die Bakterien und Algen aus den heißen Quellen
des Yellowstone untersucht. Diese Untersuchungen bilden die
Basis für viele neue Produkte, wie z.B. Medikamente.
Auf meinem weiteren Weg durch den Nationalpark kam ich immer
wieder an heißen Quellen und Geysiren vorbei. Langsam
wurde mir klar, dass ich mich hier in einem Vulkangebiet aufhielt
und der Park Ranger lachte mich aus, als ich ihn danach befragte.




Aber der "Old Faithful" ( zu deutsch: Geysir des
alten Gläubigen ) ist wohl der berühmteste Geysir,
obwohl er nicht der Größte ist. Besonders auffällig
an ihm: Seine Eruptionen
( Ausbrüche ) finden fast pünktlich alle 90 Minuten
statt. Und so zieht der "Old Faithful" eine große
Menschenmenge an. Rund um den Geysir sind Bänke aufgebaut,
auf denen sich schon lange vor dem Ausbruch viele Menschen
versammeln. Und dann, wenn er anfängt die Wasser- und
Wasserdampffontänen in die Luft zu spucken, jubeln und
klatschen die Menschen. Das Wasser stammt aus unterirdischen
Zuläufen, die das im Boden verlaufende Röhrensystem
füllen, bis das Wasser durch den stetig steigenden Druck
ausgeworfen wird.



Nachdem ich den Ausbruch des "Old Faithful" erlebt
habe - das war ein unvergessliches Erlebnis - kam ich an den
"Yellowstone Lake", den See des Yellowstone.
Und hier wurde mir durch eine Informationstafel klar, was
da im Innern der Erde passiert.

Auf den folgenden Bildern seht ihr den "Fishing Cone",
der eigentlich ganz harmlos aussieht, aber ein halbaktiver
Geysirkegel ist. Darin kann man zwar keine Fische fangen,
aber im frühen 20. Jahrhundert garten die Besucher des
Parks ihren Fisch darin, was heute jedoch verboten ist. Der
See ist allerdings eiskalt, klar, kobaltblau und einer der
ausgedehntesten Hochland-Frischwasserseen der Welt. Der Yellowstone
Lake ist 32 Kilometer lang und 23 Kilometer breit.



In der Nähe des Sees fand ich wieder viele faszinierende
Teiche, die einen Blick in das Innere gewährten. Die
Seiten schienen aus Marmor und man hatte das Gefühl direkt
in das Innere der Erde zu schauen, weil das Wasser in einem
farbigen Abgrund zu verschwinden scheint.
Man darf sich wieder einmal vom äußerlich ruhigen
Eindruck nicht täuschen lassen, das Wasser in diesem
Pool ist heiß!!
Ein Park Ranger erzählte, dass 1970 sogar ein junger
Mann an seinen Verbrennungen starb, als er dummerweise beschloss,
ein Bad zu nehmen. Außerdem hat man schon Knochen von
den "vierbeinigen Freunden" des Menschen gefunden,
die in diesem kochenden Wasser ein Bad nehmen wollten und
dabei den Tod fanden.
Außerdem verstopfen schon kleinste Gegenstände
wie Münzen oder Dosen die unterirdischen Kanäle
der Geysire und Quellen und Teiche. Deswegen patrouillieren
die Ranger sehr aufmerksam durch den Park und achten darauf,
dass die Touristen die Natur nicht verschmutzen und natürlich
auch, dass den Touristen nichts passiert.




Und das hat mir gestunken!
Habt ihr schon einmal einen Schwefelvulkan gerochen? Puh,
faule Eier riechen noch erträglich dagegen, echt.
Der "Mud Vulcano" ( Schlammvulkan ) ist kein wirklicher
Vulkan im herkömmlichen Sinn, es fehlt ein lavaspeiender
Krater und außerdem ist er nicht so riesig wie ein "richtiger
Vulkan". Der "Mud Vulcano" ist eine faszinierende
Kette von Schlammlöchern, die alle eine Verbindung in
das Innere der Erde gemeinsam haben.
Eine der bekanntesten Attraktionen ist "Dragon's Mouth"
( Drachenmaul ).
Schon von Weitem kann man einen stechenden Schwefelgeruch
wahrnehmen und kommt man dann näher ( hey, eine Nasenklammer
nehme ich mir das nächste Mal garantiert mit ), kann
man hören, warum er Drachenmaul genannt wird.
Man hat den Eindruck, dass ein Drache im Innern der Erde brüllt.
Ein Junge in meiner Nähe meinte, dass es sich so anhört,
als ob der Erdboden atmet - dann hielt er sich schnell wieder
die Nase zu und blieb fasziniert stehen, während seine
Geschwister das Weite suchten.
Der Gestank war schon fast unerträglich, obwohl dafür
nicht der Mundgeruch eines Drachen verantwortlich ist, sondern
die aus der Höhle tretenden Schwefelgase.



Bevor ich zu meiner letzten Attraktion an diesem Tag gekommen
bin, habe ich erstmal ein kleines Picknick auf einem der zahlreichen
Rastplätze gemacht, die mitten in der Natur liegen.


Dann war es soweit: Die riesigen Wasserfälle von Yellowstone.
Der Anblick des sogenannten "Lower Falls", des unteren
Wasserfalls im Grand Canyon des Yellowstone ist echt atemberaubend.
Das Wasser fällt 94 Meter in die Tiefe.
Pro Sekunde (!!) fließen im Spätherbst "nur"
23.000 Liter in den Abgrund, aber zur Zeit der Schneeschmelze
steigt das Volumen auf 240.000 Liter pro Sekunde. Das verursacht
einen Lärm, den man meilenweit hören kann. Der Aussichtspunkt
liegt sehr hoch und deshalb kann man dem Getöse aus der
Vogelperspektive zuschauen, wie gesagt, wirklich atemberaubend.
Das Wasser ist eingerahmt von gelben Felswänden und jetzt
wird einem klar, warum der Park den Namen "Yellowstone"
( gelber Stein ) trägt.


Tja und wenn es einen unteren Wasserfall (Lower Falls) gibt,
dann muss es wohl auch einen oberen Wasserfall geben, nicht
wahr? Richtig! Etwas weiter flussaufwärts liegt der
obere Wasserfall (Upper Falls), der aber etwas kleiner ist.
Das Wasser fällt dort „nur“ 36 Meter in die
Tiefe.

Den Abschluss bilden wieder die saftigen Wiesen des Yellowstone
Nationalparks, so als ob sich der Park mit einem ruhigen Eindruck
von mir verabschieden will.
Doch ist mir der Abschied nie richtig gelungen, weil mich
diese Eindrücke wohl niemals richtig loslassen. Der Planet
Erde ist wirklich beeindruckend, dass hätte ich wirklich
nicht gedacht. Ihr könnt stolz darauf sein, einen so
schönen Planeten zu bewohnen.

Es freut mich, wenn euch meine Erlebnisse ein bisschen Spaß
gemacht haben.
Wenn ihr Fragen habt, dann sendet mir einfach eine Mail
Viele Grüße
Euer
M-Coach
Noch mehr Informationen über den Yellowstone
Nationalpark:
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Autor: M.Hartmann
Copyright Bilder und Text: M.Hartmann
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